Angststörung

 

Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht schon einmal Angst in bestimmten Lebenssituationen empfunden hat. Für manche Menschen wird ihre Angst jedoch zu einem Problem, das ihre Fähigkeit, im alltäglichen Leben zurecht zu kommen oder auch ihr Leben zu genießen, beeinträchtigt.

Es gibt zahlreiche Angststörungen und bei jeder spielt die Angst eine Schlüsselrolle. Sie unterscheiden sich jedoch im Umfang des Angsterlebens, im Schweregrad der erlebten Angst und in den Situationen, welche die Angst auslösen.

An dieser Stelle möchte ich kurz die vier wichtigsten Formen erläutern:

 

* Generalisierte Angststörung

Diese wird diagnostiziert, wenn eine Person ein andauerndes Gefühl der Ängstlichkeit und der Besorgtheit erlebt, ohne dass dabei eine reale Bedrohung auszumachen wäre. Diese Störung führt zu einer Beeinträchtigung der Lebenstüchtigkeit, da die Ängste nicht kontrolliert oder ignoriert werden können. Da die volle Aufmerksamkeit auf die Quellen der Angst gerichtet ist, sind betroffene Personen nicht mehr in der Lage, sozialen oder beruflichen Verpflichtungen nachzukommen. Gleichzeitig gehen mit dieser Störung diverse körperliche Symptome einher.

 

* Panikstörung

Im Gegensatz zur ständig präsenten Angst bei der generalisierten Angststörung erleben die Betroffenen einer Panikstörung unerwartete, schwere Panikattacken, die jedoch nur wenige Minuten andauern. Begleitet werden die Angstgefühle von körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Schwindel, Benommenheit oder Erstickungsgefühlen. Zumeist gibt es in der entsprechenden Situation keinen konkreten Auslöser, daher kommen die Attacken unerwartet.

Bei manchen Menschen, die an Panikattacken leiden, kann die Angst vor der nächsten Attacke - und das Gefühl von Hilflosigkeit, das damit einhergeht - ausreichen, um sich komplett in die Sicherheit der eigenen vier Wände zurückzuziehen.

 

* Phobie

Personen mit einer Phobie leiden an einer beständigen und irrationalen Angst vor einem spezifischen Objekt, einer bestimmten Aktivität oder einer bestimmten Situation, die angesichts der tatsächlichen Bedrohung stark übertrieben und unbegründet ist.

Es wird zwischen sozialer Phobie und spezifischer Phobie unterschieden.

Personen mit einer sozialen Phobie befürchten, dass sie sich in öffentlichen Situationen in einer peinlichen Art und Weise verhalten und dabei von anderen beobachtet werden könnten.

Spezifische Phobien treten als Reaktion auf verschiedene Objekte und Situationen auf - z.B. Tierphobie, Phobien vor Naturereignissen, Claustrophobie (Angst vor geschlossenen Räumen), Hämaphobie (Angst vor Blut), usw.

 

* Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Diese Angststörung ist durch ein ständiges Wiedererleben eines traumatischen Ereignisses in Form von leidvollen Erinnerungen, Halluzinationen und Flash-Backs gekennzeichnet. Eine posttraumatische Belastungsstörung wird als Reaktion auf lebensbedrohliche Ereignisse, schwere Verletzungen oder Naturkatastrophen entwickelt. Die Störung kann sowohl auftreten, wenn die Betroffenen selbst Oprfer der traumatischen Ereignisse waren, als auch, wenn sie Zeugen wurden, wie andere Opfer solcher Ereignisse wurden. Erinnerungen an das Trauma verfolgen die Betroffenen oft im Alltag. Wird die Störung nicht behandelt, kann sie chronisch werden und die Lebensqualität massiv einschränken.